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Der coole Trendsport Eissegeln Headmotiv

Ratgeber Eissegeln

Alles rund um den coolen Trendsport

Foto: Raul Kern (WikedKentaur)

Eissegeln – Winterspaß für Abenteuerlustige

Schnell, rasant und aufregend – das ist Eissegeln, der neue Trendsport für Adrenalinjunkies! In unserem Ratgeber stellen wir den angesagten Wintersport und seine Ursprünge vor. Wir zeigen Euch, wo man ihn am besten betreiben kann. Dazu findet Ihr hier alles Wissenswerte über die Boote und das Regelwerk sowie Tipps zur richtigen Kleidung.

Was ist Eissegeln?

Eissegeln ist, wie der Name schon verrät, das Segeln auf einer großen Eisfläche. Hierzu sind kleine, windschnittige Boote mit Segeln und drei Kufen ausgestattet. Die Windkraft wird fast ohne Verlust in Geschwindigkeit umgesetzt. Die 100km/h-Marke zu knacken, ist für Eissegler daher kein Problem. Der nachweisbare Geschwindigkeitsrekord liegt bei sagenhaften 135km/h und wurde im Jahr 2009 aufgestellt. Die hohen Geschwindigkeiten belasten während der Fahrt allerdings nicht nur das Material, sondern auch den Körper des Seglers. Den Schlitten bei einem solch enormen Tempo unter Kontrolle zu behalten – und das auch noch liegend – ist nicht nur nervlich eine Höchstleistung! Man sollte fürs Eissegeln fit genug sein.

Eissegeln

Das Eissegeln in einem DN-Schlitten ist ein wahres Erlebnis und sorgt für einen richtigen Adrenalinkick!

Entstehungsgeschichte des Sports

Erfunden haben es sehr wahrscheinlich holländische Fischer im 16. Jahrhundert. Sie suchten damals einen Weg, wie sie sich schnell auf dem zugefrorenen See fortbewegen und ihrem Beruf nachgehen konnten. Da ihre Boote nicht mehr fuhren, montierten sie vorerst ein kleines Lastensegel und Kufen, damit der Wind ihnen Antrieb bot. Wie sich das Eissegeln schließlich über Kontinente hinweg ausbreitete, ist noch relativ unklar. Bekannt ist, dass besonders in den Vereinigten Staaten das Eissegeln einen regelrechten Boom erlebte. 1865 entstand am Hudson River in den USA der erste Eissegelclub der Welt. Um sich gegenseitig messen zu können, mussten einheitliche Bootsklassen her. Im Jahr 1930 schrieb die „Detroit News“ einen Konstrukteurswettbewerb aus. Ergebnis dieses Wettbewerbes ist die sogenannte DN (Detroit News)-Klasse, die bis heute die Einheitsklasse für internationale Wettkämpfe ist. Gewicht, Länge und Breite der Eissegelboote sind dadurch genau bestimmt und vorgeschrieben. Heute werden weltweit circa 1.500 aktive Eissegler der DN-Klasse gezählt.

Beliebte Regionen zum Eissegeln

Eissegeln ist nur im Winter in wirklich kalten Regionen möglich, denn dazu ist ein komplett zugefrorener See nötig. Heute ist es in Teilen Nordeuropas aber auch im baltischen Raum, in Russland und Mitteleuropa, sowie in den nördlichen USA und Kanada verbreitet. Speziell Masuren in Polen hat sich zur zentralen Anlaufstelle für Eissegler entwickelt.

Wenn Ihr den rasanten Trendsport ausprobieren wollt, findet Ihr hier unseren Tipp für einen actionreichen Eissegelurlaub im polnischen Masuren!

Wettbewerb im Eissegeln

Bei einem offiziellen Wettbewerb im Eissegeln drehen die Teilnehmer Runden auf einem zugefrorenen See.

Geltendes Regelwerk

Für das Eissegeln braucht man, aufgrund der hohen Geschwindigkeit, einen Eissegelschein. Weil es Kollisionen zu vermeiden gilt, gibt es sogenannte Wegerecht-Regeln. Man sollte sich richtig mit den Regeln der schnellen Sportart vertraut machen. Alle Informationen zum Regelwerk sowie einen Selbsttest, ob die Regeln sitzen, findet Ihr hier!

Wettbewerbe im Eissegeln

Bei einer Eissegel-Regatta werden die Teilnehmer in Gruppen von bis zu 50 Seglern eingeteilt. Gefahren wird auf einem zugefrorenen See über 1,5 oder 2,5 km lange Rundkurse. Diese werden mehrmals gefahren, da 6,44 km (4 Meilen) zurückgelegt werden müssen. Der Start ist sehr wichtig! Genau wie beim Bob fahren wird das Gefährt angeschoben, was gut gelingen sollte, um von Anfang an Speed zu haben. Seit 1972 wird jedes Jahr, entweder in Europa oder den USA, eine Weltmeisterschaft im Eissegeln ausgetragen – der DN-Cup-Gold.

Ausstattung

Boote

In Europa und Nordamerika gibt es recht unterschiedliche Bootsklassen. Die DN-Klasse ist die einzige international gültige. Die Preise für ein Boot samt Kufen reichen von 1.500 Euro bis zur High-End-Lösung im preislichen Bereich eines Mittelklassewagens. Wer handwerklich begabt ist, kann sich auch selbst an einem DN-Eissegler versuchen. Genaue Baupläne für die Eigenkonstruktion findet man im Internet. Das Boot muss folgende Maße haben:

  • Länge: 3,60 m
  • Mast: 4,70 m
  • Segel: 6,50 qm
  • Planke: 2,40 m
  • Rumpfgewicht mind. 21 kg

Kleidung

Beim Eissegeln ist warme und vor allem sichere Kleidung unerlässlich. Während der Fahrt saust einem die kalte Luft nur so um die Ohren und man sollte sich bestmöglich warm halten. Zur Grundausstattung gehören ein Helm, eine Ski- bzw. Schutzbrille, eine gut gefütterte Kleidung sowie Schuhe mit Spikes, um ein Wegrutschen auf dem Eis zu verhindern. Hochwertige Funktionsbekleidung für Segler bietet die Marke Zhik.

Weitere Tipps rund ums Thema Eissegeln!

Wer Lust hat, den rasanten Trendsport einmal auszuprobieren, findet hier unsere Empfehlung für einen actionreichen Eissegelurlaub im polnischen Masuren!

Im Europäischen Eissegel-Museum im Ort Rangsdorf bei Berlin finden Eissegelbegeisterte über 4.000 Dokumente, tausende historische Fotoaufnahmen von Eisseglern aus alten Zeiten, ein Yachtregister sowie eine Sammlung von Ehrenmedaillen.

Eine Alternative zum klassischen Eissegeln ist das Eissurfen. Dabei werdet Ihr auf Schlittschuhen hinter einem Eissegelboot oder einem Kite hergezogen. Auch beim Eissurfen ist ein überwältigender Geschwindigkeitsrausch garantiert!