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Sveti Stefan – eine Märcheninsel an der Adria
Im Kontrast zu gewaltigen Luxusbauten am Wasser, wie etwa das Burj Al Arab, steht die kleine, pittoreske Adria-Insel Sveti Stefan. Ein paar Meter vor dem Festland Montenegros ist sie über einen Damm auch zu Fuß zu erreichen. Die Bebauung Sveti Stefans stammt aus dem 15. Jahrhundert und hat, wahrscheinlich auch Dank eines weltberühmten Casinos, über die Jahrzehnte viele prominente Gäste wie Sylvester Stallone, Claudia Schiffer oder Willy Brandt angezogen. Für Touristen hat auf der Insel ein Resort-Hotel eröffnet, welches sich bis auf das Festland erstreckt. Das Hotel lockt mit exklusiven Suiten – zum Beispiel in einer Villa, die früher als königliche Sommerresidenz fungierte.

- Eine wunderschöne Insel (Foto: nvbr11/flickr)
Schauplatz eines echten Thrillers
Die ganze Atmosphäre auf Sveti Stefan inklusive des Casinos erinnert sehr an Schauplätze aus James Bond-Filmen – insbesondere „Casino Royal“ hätte perfekt in diese Umgebung gepasst. Tatsächlich wurde die kleine Insel 1992 Schauplatz eines echten Thrillers – wenn auch mit eher ungewöhnlichen Teilnehmern. In diesem Jahr kam es dort zu der Revanche eines Duells zweier Meister ihres Sports. Der Ursprung der Fehde, über die auf Sveti Stefan erneut entschieden werden sollte, lag bereits 20 Jahre zurück. Damals, 1972 in Reykjavík, unterlag der bisherige Weltmeister Boris Spasski in einem legendären Wettkampf seinem exzentrischen Herausforderer aus den USA, Bobby Fischer. Der Fachmann weiß: Hier geht es nicht etwa ums Boxen, Fechten oder gar Schießen, sondern um Schach.

- Showdown mitten im blauen Meer (Foto: nathan17/flickr)
Ein Inselduell mit Folgen
In der Schachwelt fiel Fischer immer wieder durch exzentrisches Verhalten auf – seine Strategie für die Titelverteidigung bleibt allerdings ungeschlagen: Keine. Fischer weigerte sich schlicht, zu anderen Regeln als den eigenen eine Titelverteidigung zu bestreiten – woraufhin ihm der Schachverband den Titel aberkannte. Fischer selbst sah sich natürlich auch weiterhin als legitimen Weltmeister und reiste 1992 angelockt von einem hohen Preisgeld nach Sveti Stefan, um sich auf der idyllischen Adria-Insel erneut seinem ehemaligen Herausforderer Spasski zu stellen. Nach 30 Runden hatte Fischer seinen „Titel“ verteidigt – aber seine Heimat verloren. Denn mit der Teilnahme an dem Turnier hatte er gegen das amerikanische Jugoslawien-Embargo verstoßen, in den USA drohten ihm so bis zu zehn Jahre Haft. So wurde die kleine Insel zum Ausgangspunkt eines lebenslangen Exils des spleenigen Schachspielers, das erst mit seinem Tod 2008 in Reykjavík endete.

- Ein Idyll an der Adria (Foto: BBM Explorer/flickr)
Sveti Stefan hingegen gelangte durch das Turnier und seine Folgen zu Weltruhm – und ist mit seinen schönen alten Gebäuden auch ohne Schachturniere einer der spannendsten Orte weltweit, um am Wasser zu leben.










