See suchen

Direkt an den See: Über 2.000 Seen mit Kurzbeschreibungen, Karten und Bildern, Hinweisen zu Freizeitangeboten und Kommentaren finden Sie in unserer Datenbank. Da ist für jeden etwas dabei. Ganz in der Nähe oder als Urlaubsziel. Zum Relaxen oder Aktivsein. Alleine oder mit Gleichgesinnten. Viel Spaß am See!

 
 

Liegengebliebene Wüstenschiffe

Es gibt wohl nur wenige Orte für ein Schiff, die unpassender sind als eine Wüste. Dennoch ist das Schiff auf dem Bild mit seinem Schicksal nicht alleine. Dort, wo unser Foto des Monats aufgenommen wurde, stößt man immer wieder auf vor-sich-hin-rostende Schiffe, die scheinbar zufällig verstreut in der wüsten Landschaft herumliegen. Die Frage, wer sie dort platziert hat oder wie sie sonst dort hinkamen, drängt sich geradezu auf. Die Antwort ist kein Mysterium, nur ein weiteres Kapitel vom Umgang der Menschen mit der Erde.

Aralsee
Foto: andreas_2011 - Fotolia.com

Vor Jahren nämlich folgten die damals noch nicht wüsten Schiffe ihren ursprünglich angedachten Aufgaben und fuhren kreuz und quer über das Wasser - genauer gesagt über den Aralsee. Jener See, der übrigens nichts mit dem Namen des blauen Mineralölkonzerns zu tun hat, war bis in die sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit einer Ausdehnung von 68.000 Quadratkilometern der viertgrößte Binnensee der Erde – und das für viele tausend Jahre. Durch die Menschen hat er seine Top-Platzierung in weniger als 50 Jahren eingebüßt. Unglücklicherweise ist er nicht einfach nur ausgetrocknet, sondern durch Versalzung und Kontamination auch zu einem höchst lebensfeindlichen Ort geworden.

„Kein Fisch heute!“

Schiffe auf dem Aralsee
Foto: Seeswa

Ein See von der Größe des Aralsees ist über die Jahrhunderte selbstverständlich ein beliebter Ort für Städte und Siedlungen geworden – das Wasser des Sees und sein Fischbestand haben ein Leben in den kasachischen und usbekischen Steppen erst möglich gemacht. Auch wurde der riesige See als Transportweg und Handelsplatz genutzt. Also ein Segen und die Lebensgrundlage der dortigen Bevölkerung. Tortzdem gibt es manchmal Dinge, die einfach wichtiger zu sein scheinen. Im Falle des Aralsees und seiner Anrainer war es die wirtschaftliche Entwicklung der Stalin-Ära in den frühen sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Um ausgedehnte Baumwollplantagen zu bewässern, wurde dem Aralsee kurzerhand sein Zufluss abgeschnitten bzw. das Wasser durch einen Kanal umgeleitet. Besonders tragisch ist der minderwertige Bau des Kanals, der zu extremem Verdunstungen und Versickerungen des für den Aralsee bestimmten Wassers führt. So kam es, dass ehemalige Hafenstädte heute mitten in der Wüste liegen - häufig über 100 Kilometer vom Ufer des geschrumpften Sees entfernt. Fisch wird dort keiner mehr gefangen. Ganz im Gegenteil, es kommt sogar noch schlimmer: Jahrzehnte lang wurden giftige Abfälle in den See geleitet, welche sich am Grund sammelten. Die neue Ex-See-Wüste ist in manchen Teilen stark kontaminiert. Dies schlägt sich z.B. in einer extrem hohen Kindersterblichkeitsrate nieder.

Die Rettungsversuche

In den letzten Jahren wurden vermehrt Versuche unternommen, den See doch noch zu retten. Wobei die Zerstörung so umfassend ist, dass man realistischer Weise gleich nur versucht, einen Teil des mittlerweile zersplitterten Sees zu retten. Ein Deich sollte das Wasser im Nordsee vom Abfluss abhalten und den Wasserstand steigern. Leider war der erste Deich so halbherzig errichtet, dass er nach kurzer Zeit einbrach. Erst Jahre später und mit internationaler Hilfe wurde ein neuer, beständigerer Deich gebaut. Dieser zeigt auch tatsächlich Wirkung und der Wasserspiegel im Norden steigt wieder leicht. Der viel größere Südteil ist wohl nicht mehr zu retten.

Badeseen | FKK Seen | Baggerseen | Tauchseen | Die schönsten Seen | Camping am See
RSS-Feed abonnieren
Badeseen auf Facebook
Seen nach Bundesländern

Spannende Infos rund um das Thema See gibt es im Seen.de-Newsletter!

Dein Lieblingssee
Reiseführer zu Deinem See gratis bestellen.
Themen auf Seen.de
Strandbäder in Deutschland
Hunde am See