Direkt an den See: Über 2.000 Seen mit Kurzbeschreibungen, Karten und Bildern, Hinweisen zu Freizeitangeboten und Kommentaren finden Sie in unserer Datenbank. Da ist für jeden etwas dabei. Ganz in der Nähe oder als Urlaubsziel. Zum Relaxen oder Aktivsein. Alleine oder mit Gleichgesinnten. Viel Spaß am See!
Das wiedergefundene Paradies
Unweit der Grenze zu Bosnien-Herzegowina liegt der Nationalpark Plitvicer Seen, der größte Nationalpark Kroatiens. Auf 300 Quadratkilometern beeindruckt der Park mit reichhaltiger Natur und Tieren aus längst vergessener Zeit. Im Herz des Parks liegt ein kleines Paradies: die Plitvicer Seen – 16 Seen, die trotz Höhenunterschieden von bis zu 133 Meter eine Einheit bilden.
Die Plitvicer Seenlandschaft ist ein sich ewig veränderndes, unglaubliches Naturschauspiel. Alle Seen sind über Zuflüsse miteinander verbunden, teilweise stürzt sich das Wasser über 70 Meter in die Tiefe, wenn es von einem See in den anderen fließt. Dabei schafft es immer neue Barrieren und Staudämme, die die Landschaft permanent neu gestalten. Rund um die Seen herrscht tropenartige Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent, die für unglaubliche Artenvielfalt in dem kroatischen Nationalpark sorgt. Über 1.200 unterschiedliche Pflanzenarten sind auf dem Gebiet beheimatet, einige davon wurden erstmals hier entdeckt. Doch fast noch beeindruckender ist die wahrhaftig unberührte Tierwelt: Hier leben noch alle Arten, die schon vor den Menschen da waren – Braunbären, Luchse, Uhus und sogar Wölfe sind hier zu Hause. Ein kleines Paradies, scheinbar entrückt von der wirklichen Welt.
Der Garten des Teufels
Doch auch die Pletvicer Seen blieben nicht von menschengeschaffenen Konflikten verschont. Stets lagen sie im Grenzgebiet von abendländischer und orientalischer Kultur und wurden so zum Spielball der Mächte. Als Provinz Illyricum war das Gebiet Teil des römischen Reichs, im 6. Jahrhundert siedelten sich dann Kroaten rund um die Seen an, ständig durch Mongoleneinfälle bedroht. Auf dem Krbava-Feld kam es im Jahr 1493 zu einer geschichtsträchtigen Schlacht zwischen Kroaten und Osmanen, bei der nahezu der gesamte kroatische Adel ausgelöscht wurde. Im 16. Jahrhundert war die Region so sehr von ständigen Konflikten zwischen Serben und Kroaten geprägt, dass man ihm den Beinamen „Garten des Teufels“ gab. Beendet wurden die Konflikte trotz zahlreicher Machtwechsel und wirtschaftlichem Aufschwung in den folgenden Jahrhunderten nie. Ostern 1991 kam es hier zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen serbischen Aufständischen und kroatischen Spezialeinheiten. Experten sehen darin den Beginn des Kroatien-Kriegs.
Ferienziel und Filmschauplatz
Heute ist der Nationalpark rund um die Plitvicer Seen wieder ein Ort der Ruhe und der Bewunderung für die Natur. Jahr für Jahr besuchen 900.000 Menschen das Gebiet, das 1979 als eines der ersten Naturdenkmäler weltweit in das UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen wurde. Manch einer kennt die Seen sogar vielleicht schon: Zahlreiche Karl-May-Verfilmungen wurden hier gedreht, unter anderem „Der Schatz im Silbersee“. Schätze und Schießereien gab es an den Plitvicer Seen der Sage nach tatsächlich – so behaupten die Einheimischen, am Boden des Gavanovac sei ein Schatz versteckt, während am Galovac angeblich der Räuberhauptmann Galović erschossen wurde. Doch diese Geschichten verblassen vor der Pracht der Natur im wiedergefundenen Paradies der Plitvicer Seen.














